Ein Bio-Stall für Mastschweine

Ein Bio-Stall für Mastschweine Schweine ohne Spaltenboden? Chaos! Schweine auf Stroh? Mist im Stall! Das waren meine Vorurteile. Bis ich selbst einen Bio-Schweinestall baute …

Der Auslauf ist in Futter-, Aufenthalts- und Kotbereich unterteilt. Vor allem bei älteren Mastschweinen funktioniert diese Unterteilung sehr gut.
Der Auslauf ist in Futter-, Aufenthalts- und Kotbereich unterteilt. Vor allem bei älteren Mastschweinen funktioniert diese Unterteilung sehr gut.
Im April 2017 war es soweit. Unser Bio-Schweinestall war fertig. Wir haben den ehemaligen konventionellen Schweinestall umgebaut. 114 Mastschweine finden nun darin Platz. Nach zwei Durchgängen mit jeweils durchschnittlich 900 Gramm Tageszunahmen traue ich mir ein erstes Zwischenresümee zu: Der Stall funktioniert, aber es gibt Verbesserungspotenzial.

Funktionsbereiche für Schweine
Wir haben den Schweinen klar voneinander getrennte Funktionsbereiche zur Verfügung gestellt. Im Stall befindet sich der eingestreute Ruhebereich. Die Rückwand der Innenbucht wird zu Beginn der Mast nach vorne geschoben, denn ein zu hohes Platzangebot im Innenbereich würde zum Koten und Harnen im Stall führen.
Im Bio-Maststall für Mastschweine werden 30 Schweine pro Bucht gehalten. Die Wasserversorgung erfolgt über eine Ringleitung, die mittlerweile isoliert und mit Erdreich bedeckt wurde. Im Winter wird das Wasser erwärmt.
Im Bio-Maststall für Mastschweine werden 30 Schweine pro Bucht gehalten. Die Wasserversorgung erfolgt über eine Ringleitung, die mittlerweile isoliert und mit Erdreich bedeckt wurde. Im Winter wird das Wasser erwärmt.
Mit Fortdauer der Mast wandert die Rückwand nach hinten. Die Buchtengröße wächst somit mit den Schweinen mit. Bislang hat das geklappt, die Schweine koten ausschließlich im Auslauf. Dort befindet sich der Fressbereich und anschließend – mit einer Stufe versehen – der Aufenthaltsbereich. Hier hält sich der Großteil der unter Tags und teilweise auch in der Nacht auf. Eine 30 cm hohe Schwelle trennt den Liegebereich im Auslauf vom Kotbereich, wo auch die Tränker angebracht sind und der Boden dadurch nass ist. Bei den meisten Ausläufen für Bio-Mastschweine folgt nach dem Fressbereich im Auslauf sofort der (größere) Kotbereich. Da sich die Schweine aber vorwiegend im Freien aufhalten, wollten wir ihnen auch einen sauberen Liegeplatz im Auslauf bieten. Zudem reduziert diese Trennung den Strohverbrauch.

Kosten und Arbeitszeit im Bio-Schweinestall
Der Nachteil dieser Trennung ist, dass vor allem Ferkel auch in den Liegebereich im Auslauf koten. Es braucht also einen Kontrollgang durch den Auslauf, im Zuge dessen neben der Futterkontrolle das verkotete Stroh mit der Mistgabel in den Kotbereich geworfen wird. Das machen wir jeden zweiten Tag. Den Liegebereich räumen wir hingegen nur alle vier bis sechs Wochen mit dem Frontlader aus. Insgesamt rechnen wir mit einer Stunde Arbeit pro verkauftem Mastschwein (inkl. Strohbergung, Futterherstellung etc.). Die Investitionskosten nach Abzug der Investitionsförderung lagen bei 700 Euro pro Mastplatz. Dabei machten die Baukosten selbst fast die Hälfte der Gesamtkosten aus. Gut 20 % kosteten die Aufstallung, Fütterung und Wasserversorgung.

Mein Bio-Schweinestall in Bildern.

Mehr Bilder finden Sie in der aktuellen Ausgabe von LANDWIRT Bio. Bestellen Sie hier ein unverbindliches Probeheft von LANDWIRT Bio.


weitere interessante Neuigkeiten:

Die richtigen Sorten für das Grünland finden

Ein guter Pflanzenbestand ist die Basis für hohe Erträge und gute Qualitäten im Grünland. Nur wenn die Sorten zum Standort passen, können Sie das Ertragspotenzial der Flächen ausschöpfen.

Bio-Feldtage eindrucksvoll

Biolandbau lässt das Nischendasein hinter sich. Kein Zufall, dass auf dem Esterhazy-Gut Seehof zwei Tage lang der Bio-Landbau seine Leistungsschau abfeiert. Mehr als 30% der Flächen sind in der Ackerbauregion Nordburgenland schon auf Bio umgestellt.

Säkombi Regent Seedstar im Praxistest

Seit rund 15 Jahren bietet Regent die Aufbausämaschine Seedstar an. Im Vorjahr haben die Oberösterreicher die jüngste Generation vorgestellt. Was daran neu und gut ist, klärt unser ausführlicher Praxistest.

Klimawandel verlangt Anpassung

Der Klimawandel ist eine Tatsache. Deshalb werden 20 Regionen jetzt mit öffentlicher Unterstützung aktiv.

Hoffnungsträger Esskastanie

Die Edelkastanie, auch Esskastanie genannt, ist Deutschlands Baum des Jahres 2018. Bekannt ist sie vor allem aufgrund ihrer stärkereichen Früchte.

Erneut Schäden in Millionenhöhe

Die Landwirte sind die Leidtragenden des Klimawandels und müssen um einen entsprechenden Ertrag und das Einkommen kämpfen.

Mammut stellt Frontladerproduktion ein

Das Familienunternehmen Mammut aus Gurten (OÖ) stellt die Produktion von Frontladern ein. Das Unternehmen will sich auf sein Technikprogramm für Futterbringung-, -bergung und -aufbereitung konzentrieren. Service und Ersatzteilversorgung für die Frontlader blieben laut Mammut jedoch gesichert.

Tipps zur Grünfütterung im Stall

Grünfutter ist bei optimaler Nutzung, Ernte und Zuteilung ein wertvolles Rinderfutter. Sebastian Ineichen von der BFH-HAFL- Zollikofen, Schweiz und Andreas Steinwidder vom Bio-Institut der HBLFA Raumberg-Gumpenstein haben zusammengefasst, worauf es ankommt.

Der Neue: John Deere 1170G Harvester

Harmonisches Design, kompakte Abmessungen und eine deutliche Leistungssteigerung bei höchster Kraftstoffökonomie. Das zeichnet den neuen John Deere 1170G Harvester aus.

Das Beste aus der Zwischenfrucht machen

Wer von seiner Zwischenfrucht pflanzenbaulich profitieren will, braucht mehr als nur eine Pflugfurche und einen Düngestreuer. Doch wie gelingt sie am besten? Wir haben den Zwischenfruchtexperten Christoph Felgentreu zu seinen Empfehlungen befragt.
Ein Service von landwirt.com.