Sojakrankheiten auf dem Vormarsch

Sojakrankheiten auf dem Vormarsch Mit steigender Anbaufläche steigt auch in der Sojabohne die Gefahr von Krankheiten. Wir zeigen auf was Sie achten sollten und wie Sie einem Befall entgegenwirken können.


Stark mit Phomopsis infizierte Körner keimen nicht oder sterben während der Keimphase ab. Foto: Böck
Stark mit Phomopsis infizierte Körner keimen nicht oder sterben während der Keimphase ab. Foto: Böck
Die Sojabohne hat sich in vielen Fruchtfolgen bereits als leicht zu führende Hauptkultur etabliert. Dadurch steigt die Anbaufläche und mit ihr die Gefahr von Fruchtfolgekrankheiten. Hierbei kann Sclerotinia ein Problem werden. Aber auch in Hinblick auf die Saatgutqualität zählt die Sojabohne zu den sensiblen Kulturarten. Hier bereitet vor allem Diaporthe als saatgutübertragbarer Erreger zunehmend Sorgen.

Auf Saatgutqualität achten
Phomopsis-Saatgutverseuchung ist nicht eine einzelne Krankheit, sondern ein genereller Überbegriff für mehrere Erreger aus dem Phomopsis- Diaporthe-Komplex. Im Rahmen der EU-Richtlinie 2002/57 für die Vermarktung von Saatgut von Öl- und Faserpflanzen ist das Auftreten von Diaporthe phaseolorum mit 15 % limitiert. Sämtliches in Österreich produziertes Sojabohnensaatgut als auch Saatgut aus Drittstaaten wird daher einer Saatgutuntersuchung auf Phomopsis spp. unterzogen. Gerade unter feucht-warmen Bedingungen – insbesondere während des Abreifeprozesses der Sojabestände – können sich diese Erreger in hohem Ausmaß entwickeln. Stark infizierte Körner keimen nicht oder sterben im Zuge des Keimprozesses ab, indem die Keimblätter vertrocknen und absterben. Bei weniger intensivem Befall setzt die Pflanze ihr Wachstum fort. Mit hoher Wahrscheinlichkeit treten bei geeigneten Vegetationsbedingungen jedoch Erkrankungssymptome an der Pflanze auf. Sie erkennen dies in Form von schwarz-braunen Sporenbehältern an den Stängeln, die am besten bei Abreife der Pflanzen sichtbar werden. Neben der Übertragung über Saatgut, können die Pathogene auch über Erntereste im Boden auf die Jungpflanzen überspringen. Die Untersuchungen aus dem Saatgutanerkennungsverfahren der letzten Jahre zeigen, dass insbesondere im Vegetationsjahr 2014, aber regional auch im Erntejahr 2017, günstige Voraussetzungen für die Befallsentwicklung von Phomopsis gegeben waren. Diese hohen Befallsraten an den geernteten Sojabohnensamen sind speziell dann feststellbar, wenn in den Regionen bzw. Jahren ab Ende August viele Niederschläge eintreten.

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