Milchmarkt von morgen

Milchmarkt von morgen Global gesehen sind die Prognosen für die Milcherzeuger überwältigend gut. Harte Auseinandersetzungen werden trotzdem erwartet: über Rezepturen, faire Handelspraktiken und Tierwohl.

Widersprüchlich und irrational wird auch in Zukunft das Milchregal sein. Foto: A. Burgstaller
Widersprüchlich und irrational wird auch in Zukunft das Milchregal sein. Foto: A. Burgstaller

Bisherige Trends halten an. So wie schon 2016 haben auch 2017 3 % der österreichischen Milchbetriebe die Lieferung eingestellt. Die verbliebenen 27.600 Milchbauern lieferten sogar um 3,6 % mehr Milch. Der mit +5,1 % starke Lieferanstieg des ersten Halbjahres 2018 wurde durch Preisabschläge einzelner Molkereien etwas eingebremst. Nicht nur die Zahl der Milchkühe (+0,7 %) sondern auch deren Lieferleistung (+2,9 %) steigt seit drei Jahren. Der durchschnittliche österreichische 20-Kuh-Betrieb liefert mittlerweile 120.000 kg Milch.

In Bayern liegt die durchschnittliche Liefermenge bei 290.000 kg, in der Schweiz bei 160.000 und in Südtirol bei 85.000 kg Milch. Gemäß einer Prognose der Forschernetzwerkes IFCN werde bis 2030 weltweit um 35 % mehr Milch erzeugt werden, weil der Milchkonsum um 16 % steigen wird.

Auf der Überholspur
Die Milchpreise stiegen in den letzten 20 Jahren von 27,9 auf 36,7 Cent/kg im Jahr 2017. Dazwischen pendelte der Milchpreis zwischen 28,5 und 38,9 Cent. Im EU- Vergleich rückt der österreichische Durchschnittspreis den Spitzenreitern Finnland und Italien immer näher. Grund dafür ist der hohe Produktionsanteil von Bio- und Heumilch mit jeweils ca. 16 %. Helmut Petschar, Präsident der Milchverarbeiter, erwartet wegen der sommerlichen Dürre einen Rückgang in der Milchproduktion. Erfreulicherweise ist der Pro-Kopf-Verbrauch von Milchprodukten seit 2015 angestiegen, wobei speziell der Butterkonsum durch die Palmölkrise um 10 % zugenommen hat. Milchpreisschwächend wirken die vollen Lager bei Magermilchpulver, preisstärkend die Nachfrage beim Milchfett.

„Wir müssen effizienter werden“
Für Aufhorchen sorgte der höchste politische Beamte des Ministeriums für Nachhaltigkeit und Tourismus, Generalsekretär Josef Plank. Mit der Bemerkung: „Die österreichische Landwirtschaft muss effizienter werden“, stimmte er die Zuhörer auf das kommende EU-Agrarbudget ein. Die von EU-Landwirtschaftskommissar Phil Hogan in den Ring geworfene Kürzung der 2. Säule um 15% würde Österreich hart treffen. Sind wir doch Europameister im Ausschöpfen der Gelder aus diesem Topf. Plank ermunterte dazu, den Pfad der Qualitätsdifferenzierung im Milchsektor weiter zu verfolgen. Er sei für Österreich trotz der damit verbundenen Auseinandersetzungen um Glyphosat und Tierschutz alternativlos. Qualitätszuschläge für Milch bestätigen die Bereitschaft der Konsumenten teilweise Verantwortung zu übernehmen. Eindruck machte Plank außerdem mit einer Analyse der Marktmechanismen. Nicht so sehr Angebot und Nachfrage bestimmen den Preis, sondern die geweckte Erwartung, dass sie steigen oder fallen werden. Dieses spekulative Element gewinne durch die Internationalisierung an Bedeutung. Das mache Risikoabsicherungen für die Landwirtschaft immer wichtiger.

Weitere Fakten und Analysen von Spezialisten zum Milch- und Rindermarkt stehen in der aktuellen LANDWIRT Ausgabe 20/2018 bereit.
Bestellen Sie hier kostenlos und unverbindlich Ihr Probeheft Ausgabe 19/2018 (solange der Vorrat reicht)



weitere interessante Neuigkeiten:

Bio: Alternative Ackerkulturen

Abwechslung ist vor allem in Bio-Fruchtfolgen sehr wichtig. Doch ist die Palette an Ackerkulturen meist begrenzt. Ein Fachtag über alternative Ackerkulturen soll neue Möglichkeiten aufzeigen.

Fachtagung: „Alternative Ackerkulturen im Biolandbau“

Am 30. Oktober 2018 findet in der HLBLA St. Florian in Oberösterreich eine Bio-Fachtagung statt. Themen sind u.a. Leguminosen und Spezialgetreidesorten für den Bio-Landbau.

Heimisches Eiweiß für Bio-Geflügel

Regionalität zieht. Auch in der Bio-Geflügelhaltung steht die regionale Futterherkunft hoch im Kurs. In Österreich setzt eine große Handelskette auf ausschließlich im Inland erzeugte Futtermittel, alle anderen dulden derzeit Importe. Sind Importe überhaupt ersetzbar?

„Wir versuchen, die Eiweißlücke zu verkleinern, nicht sie zu schließen.“

„Wir versuchen, die Eiweißlücke in Europa zu verkleinern“, erklärt Christine Watson. Dafür gebe es viele Möglichkeiten, so die Forscherin. In Osteuropa sei das Potenzial am größten.

Sorghum trotzt der Trockenheit

Sorghum-Hirse wäre eine tolle Alternativkultur für Trockenstandorte. Doch ist die Bedeutung bei uns noch sehr gering. Im Süden Frankreich sieht es da anders aus.

Tod ohne Angst

… das ist das Ziel der Schlachtung am Heimbetrieb. In Deutschland ist sie zwar möglich, doch an strenge Auflagen geknüpft. In Österreich könnte ein Projekt nun erstmals diese Tür öffnen.

Sicher Totholz fällen

Bei der Arbeit in totholzreichen Beständen ist die Unfallgefahr erhöht. Notwendige Maßnahmen sollten Sie in betroffenen Waldabschnitten daher besonders sorgfältig planen und ausführen.

Milchmarkt von morgen

Global gesehen sind die Prognosen für die Milcherzeuger überwältigend gut. Harte Auseinandersetzungen werden trotzdem erwartet: über Rezepturen, faire Handelspraktiken und Tierwohl.

Agrana4you-Day 2018

Am Donnerstag, den 25. Oktober, findet ab 12:00 Uhr der große Agrana4you-Day in der Maisstärkefabrik in Aschach an der Donau statt. Die Besucher dürfen sich über ein interessantes Programm mit innovativer Technik live im Einsatz und spannenden Vorträgen freuen.

„Differenzierung bedeutet Bauerneinkommen“

Differenzierung und Exportmärkte sind die Strategien in der Vermarktung von Bio-Rindfleisch. Das meint Hermann Mittermayr, Geschäftsführer der Bio Austria Marketing GmbH. Der Herbst bringt nochmal mehr Angebot.
Ein Service von landwirt.com.