Sorghum trotzt der Trockenheit

Sorghum trotzt der Trockenheit Sorghum-Hirse wäre eine tolle Alternativkultur für Trockenstandorte. Doch ist die Bedeutung bei uns noch sehr gering. Im Süden Frankreich sieht es da anders aus.

Das weiße Sorghum ist aufgrund des geringen Gerbstoffgehaltes in der Geflügel-Produktion sehr beliebt. Foto: Böck
Das weiße Sorghum ist aufgrund des geringen Gerbstoffgehaltes in der Geflügel-Produktion sehr beliebt. Foto: Böck
Nach Jahren mit extremer Trockenheit, wünschen sich viele Landwirte Alternativkulturen, die der Trockenheit besser standhalten. Hier käme die Sorghum-Hirse in Frage. Diese ist in unseren Breiten zwar nicht mehr neu, doch konnte sich diese Kultur bis dato noch nicht richtig durchsetzen. Die Gründe dafür sind vielfältig: Sie bringt meist niedrigere Erträge als der Mais, es fehlt an Know-how in der Produktion und es existiert so gut wie kein Markt. Daher finden die größten Mengen an Sorghum in unseren Breiten lediglich den Weg in die eigenen Futtertröge. Dass die Sorghum-Hirse aber auch als Marktfrucht funktioniert, zeigte eine Reise in das Trockengebiet im Süden Frankreichs.

Weißer Körnersorghum
Francois Parayre bewirtschaftet 450 ha Ackerland ohne Bewässerung in Montgazin. Neben 50 ha Körnersorghum hat er Hartweizen, Körnererbsen, Rapsvermehrung, Mais, Sonnenblume und Buchweizen in der Fruchtfolge. Bei der Hirse setzt Parayre vorrangig auf den Weißen Sorghum. Dieser ist frei von Gerbstoffen wie Tannine. Diese Sorten werden vor allem für die Fütterung von Geflügel benötigt, die andernfalls mit vermindertert Fresslust reagieren. Parayre sät die Hirse mit 320.000 Körnern je Hektar ab einer Bodentemperatur von 10 bis 12° C aus. Gedüngt wird direkt nach der Saat mit 40 kg N über AHL in Kombination mit Glyphosat. Im 5- bis 6-Blatt-Stadium folgt die zweite Überfahrt mit 80 kg N über Harnstoff. Im 3-Blatt-Stadium folgt die Herbizidbehandlung. Parayre schätzt die Hirse, da sie mit der Trockenheit gut zurechtkommt und sie arbeitstechnisch gut in seine Fruchtfolge passt. Geerntet werden zwischen 5 und 8,5 t Sorghum je Hektar. Bei Mais sind es zwischen 7 und 8 t/ha. Dabei bekommt er für Körnermais 155 Euro. Für Sorghum gilt der Basispreis 150 Euro/t. Für den Weißen Sorghum bekommt der Landwirt aber je nach Qualität zwischen 160 und 170 Euro ausbezahlt.

Mehr über den Anbau, die Züchtung und Vermarktung von Sorghum-Hirse in Frankreich lesen Sie in der LANDWIRT Ausgabe 20/2018.
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